Deutsche Elf – das Produkt ihrer Ausbildung

4:4 – kein Beinbruch, aber nach einer 4:0 Führung gegen Schweden ein so noch nicht da gewesenes Ereignis. Ein Zufall? Oder das Ergebnis einer zu perfekten Talent-Maschinerie?

Für mich nach meinen ganzen Beobachtungen im Jugendfussball eigentlich keine Überraschung. Schon ab 8 Jahren werden (talentierte) Kinder systematisch gescoutet und in Kadermannschaften zusammengestellt. Dort werden sie hervorragend in Sachen Technik und Taktik geschult und im perfiden Auswahlverfahren sortiert und den Jugend-Internaten zugeführt. Ständige Fluktuation im Kader sind die Regel, nicht die Ausnahme. Bei Eintracht Frankfurt – so sagt man sich – wird von F- bis C-Jugend jede Position im Schnitt 2mal personell ausgetauscht. Und so ist kein Wunder, dass jeder Spieler, der am Ende das knallharte Auswahlverfahren übersteht, technisch und taktisch nahezu ideal geschult und in der Lage ist, Anweisungen des Trainers auf der jeweiligen Position perfekt umzusetzen. Egal mit welchem Trainer oder Mitspieler, denn die Grundlagen sind im wesentlichen bei allen gleich.

Das Resultat sieht man auf dem Platz – Weiterlesen

Kurzmitteilung

„Die Trainer in der Bundesliga sind nicht die Mülleimer von allen Menschen hier.“

Bruno Labbadia

Fehlersport Fußball

Als ein Spieler mit der Nummer 4 nur 16 Minuten nach Anpfiff am Samstagnachmittag im Stadion Nürnberg den Platz verließ, hatte er weder eine Verletzung noch wurde er vom Platz verwiesen. Es hatte schlicht zwei Fehler gemacht – unstreitig „tödliche“ Fehler im Sinne des Spiels – aber eben dann doch auch nur zwei Fehler. Die folgende sofortige Auswechslung dann eine Mischung aus Reaktion des Trainers auf die Leistung und dem Umstand, dass die eigenen Fans den Daumen gesenkt hatten, was nicht nur die Clubfans in der Nachbetrachtung spaltete:

„Wie der Trainer reagierte, war verständlich. Wie aber die Nürnberger Fans reagierten, war beschämend. Statt Marcos Antonio zu unterstützen und aufzubauen, pfiffen sie ihren Spieler bei jedem Ballkontakt aus und klatschten höhnisch, als ihm ein einfacher Pass gelang.“ (NWZ Online)

Der Frust der Fans war verständlich, hatte man just das letzte Spiel mit zwei solchen Fehlern – allerdings durch einen anderen Spieler – quasi verschenkt, doch offenbar ist es Ausdruck einer zunehmend im Fußball grassierende Geisteshaltung, die ihre Ursachen im gesellschaftlichen Wandel, aber auch in der medialen Aufbereitung wie auch im Bereich Spiele/Games haben könnte. Gesucht: Das fehlerlose Spiel, die Perfektion.

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